Spielplan

Do 13.8. 15:00 HD Läppli
SeniOrient
Fr 14.8. 20:30 Canción sin nombre
Sa 15.8. 20:30 To the Ends of the Earth
So 16.8. 19:00 Citoyen Nobel
Fr 21.8. 20:30 Sibyl
Sa 22.8. 20:30 Sibyl
So 23.8. 19:00 Sibyl
Fr 28.8. 20:30 Undine
Sa 29.8. 20:30 Undine
So 30.8. 19:00 Undine
Mo 31.8. 20:30 Undine
Mi 2.9. 0:00 Fantoche 2020
Festival
Do 3.9. 0:00 Fantoche 2020
Festival
Fr 4.9. 0:00 Fantoche 2020
Festival
Sa 5.9. 0:00 Fantoche 2020
Festival
So 6.9. 0:00 Fantoche 2020
Festival
19:00 Paul Nizon: Der Nagel im Kopf
Mo 7.9. 20:30 Undine
Mi 9.9. 20:30 Undine
Do 10.9. 15:00 La belle et la bête
SeniOrient
Fr 11.9. 20:30 Undine
Sa 12.9. 20:30 Notre-Dame du Nil
So 13.9. 19:00 Notre-Dame du Nil
Mo 14.9. 20:30 Undine
Mi 16.9. 20:30 Notre-Dame du Nil
Do 17.9. 20:00 Die neue Achtsamkeit
Special
Fr 18.9. 19:00 Kurzfilmnacht 2020
Festival
Sa 19.9. 20:30 Los sonámbulos
So 20.9. 19:00 Hexenkinder
Mo 21.9. 20:30 Notre-Dame du Nil
Mi 23.9. 20:30 Los sonámbulos
Fr 25.9. 20:30 O Fim Do Mundo
Sa 26.9. 20:30 O Fim Do Mundo
So 27.9. 19:00 Los sonámbulos
Mo 28.9. 20:30 Hexenkinder
Mi 30.9. 20:30 O Fim Do Mundo
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Atlantique

Von Mati Diop / Senegal / 2019

In einem Vorort von Dakar fordern Arbeiter auf einer Hochhausbaustelle ihren Lohn, der seit Monaten nicht mehr gezahlt wurde. Sie halten es nicht mehr aus und beschliessen, übers Meer zu fahren und in Europa ihr Glück zu suchen. Unter ihnen der junge Souleiman, der Geliebte der schönen Ada, die allerdings einem Jungen aus besserem Haus versprochen wurde und diesen heiraten soll. Bald wissen alle, dass die Piroge mit den Männern draussen auf dem Atlantik gesunken ist; das Meer kann äusserst grausam sein. Eigenartige Vorkommnisse beschäftigen die Stadt. Wenige Tage nach der Abreise der Männer verwüstet ein Feuer die Hochzeitsfeier der jungen Frau, und ein mysteriöses Fieber befällt die Mädchen in der Nachbarschaft. Ada hat keine Ahnung, dass Suleiman zurückgekehrt ist. Die Polizei sucht nach ihm, da er womöglich noch lebt. Oder doch nicht? Sind es doch nur die Seelen oder Geister der Abwesenden, die die daheim gebliebenen heimsuchen?

Dieser Film gehörte zu den Highlights in Cannes, und wäre da nicht der starke Koreaner gewesen, der auch im Oscarrennen mit ihr steht, hätte Mati Diop als erster Mensch mit Wurzeln in der Subsahara die Goldene Palme gewonnen, als zweite Frau. Verdient hätte sie die Auszeichnung. Mati Diops Dakar, fantastisch bei Nacht, kakophonisch tagsüber, liegt zwischen dem Meer und dem gigantischen Turmbau, zwischen einer unüberwindbaren Barriere – die die Kamera mehr bedrückend und hypnotisch als schön und poetisch zeigt – und dem Smog der Umweltverschmutzung. Es sind die Frauen, die im Stadtbild dominieren und die wir überall treffen. Sie sind die starken Figuren, die sich widersetzen und Gerechtigkeit für ihre Freunde und Ehemänner fordern. Fatima Al Qadiris magnetische Musik, kombiniert mit starken traditionellen Klängen, betont die fantastische, oft bedrückende Atmosphäre des Atlantiks. Mati Diop frischt geschickt das Thema Hexerei und Magie auf, das oft im afrikanischen Kino vorkommt. Sie vergisst Zauberer und Grigris, um von Frauenkörpern zu erzählen, die von den Seelen ihrer vermissten Männer in Besitz genommen wurden. Die junge Ada ist der Faden der Ariadne, der uns durch das Labyrinth von Dakar führt. Nachdem sie sich endlich von den Fesseln der arrangierten Ehe befreit hat, erinnert sie uns an die schöne Anta im Klassiker «Touki Bouki» von Djibril Diop Mambéty. «Atlantique» wirkt nachhaltig wie ein zärtlicher Weckruf an die weibliche Solidarität und ein wunderschöner Tribut an die afrikanische Jugend.

Dauer: 104 Minuten
Sprache: Wolof/d/f
Altersfreigabe: 16
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