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Die vierte Gewalt war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2018.

Die vierte Gewalt

Dieter Fahrer, Schweiz, 2018
98 Min.

Die Unabhängigkeit der so genannt Vierten Gewalt ist immer bedroht, nicht nur in der Türkei, in Russland oder in Polen, auch bei uns in der Schweiz. Das gilt besonders jetzt, da 13 regionale Fernsehstationen, 21 Lokalradios sowie der öffentlich-rechtliche Rundfunk zusammen mit dem Fernsehen geopfert werden sollen, damit ein paar Leute, denen journalistische Qualität ein Dorn im Auge ist, mit billig produzierenden Werbesendern noch mehr Geld verdienen können.

Bei der anstehenden No-Billag-Abstimmung geht es einzig darum, ob wir nur noch gekaufte Information wollen oder ob uns werbefreie Sendungen wie eine «Tagesschau» oder ein «Rendez-vous am Mittag» etwas wert sind. Der Film «Die vierte Gewalt» von Dieter Fahrer ist aber auch ohne die Abstimmung hochaktuell, in einer Zeit, in der Fakten als Fake News bezeichnet werden, Sparmassnahmen auf den Redaktionen an der Qualität der Publikationen nagen und der Präsident einer Grossmacht nach Tageslaune via Twitter über jeden und jede herzieht, als wäre er ein Kommentarschreiber auf einem Provinz-Newsportal. «Die vierte Gewalt» gewährt nicht nur nahe Einblicke in den Arbeitsalltag bei der traditionsreichen Tageszeitung «Der Bund», bei der vorzüglichen Radiosendung «Echo der Zeit», beim trendigen Onlineportal «Watson» und der hoffnungsbeladenen Medienform mit dem Namen «Die Republik», er nimmt uns auch mit auf eine sehr persönliche Reise des Filmautors, der in seiner Schulzeit noch mit Schreibfeder und Tintenfässli kämpfte, und sich dann zum digitalen User entwickelte: Ein cineastische Biografie zwischen Faszination und Misstrauen, und eine Fragestellung, die uns alle etwas angeht, wenn wir freie Medien und freien Diskurs als Grundlagen einer gesunden Demokratie verstehen.

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