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The Death and Life of Otto Bloom war 10 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im September 2017.

The Death and Life of Otto Bloom

Cris Jones, Australien, 2016
84 Min.

Otto Bloom hat einen Allerweltsnamen, alles andere als auffällig. Der Name ist aber auch alles, was Otto Bloom weiss, als die Polizei ihn in einer Notunterkunft aufgreift. Die betreuende Psychologin Ada zweifelt bald einmal am Befund Gedächtnisschwund, und dann macht sie die sensationelle Entdeckung: Otto Bloom lebt sein Leben rückwärts. Er weiss nicht, was war, aber er erinnert sich an das, was kommt. Der in Australien lebende gebürtige Brite Cris Jones knüpft sich in seinem herrlich verspielten Spielfilm unsere Wahrnehmung von Zeit vor und treibt ein erfrischendes und unterhaltsames Spiel damit. Einerseits rein formal, indem er uns die Geschichte von Otto Bloom, der in den 1980er Jahren Aufsehen erregt hat, mit Hilfe einiger Menschen, die ihn gekannt hatten, als sehr real erzählt. Andererseits, weil er in Szene setzt, was Bloom erlebte und wie andere es wahrnahmen. Im Kern ist das die Liebesgeschichte zwischen einer jungen Psychologin und ihrem Patienten, einfühlsam erzählt, aus unterschiedlichen Blickwinkeln inszeniert. Die Liebe ist eine aussergewöhnliche, denn wer wollte schon mit einem Mann eine Nacht verbringen im Wissen, dass er gleich nicht mehr weiss, wie heiss es eben noch zu und her ging? Cris Jones unterhält uns nicht nur glänzend mit seiner Lovestory, er betrachtet ganz nebenbei auch elementare Fragen, die uns im Leben und Lieben täglich beschäftigen mögen. Was war? Was ist? Was wird sein? Garantiert ist hier eine anregende und vergnügliche Kinoerfahrung, die nachwirkt und die man so schnell nicht vergisst. Die zentrale Frage von Otto Bloom: «Warum nicht einfach jeden Augenblick nehmen, jede wertvolle kleine Unendlichkeit, und unser Bestes versuchen, in jedem davon Freude zu finden

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